Unkraut? Wen stört's ...
Unkraut jäten (Foto: MEV)
Manchmal mühsam aber unglaublich wirkungsvoll: Mit dem Jäten kommt man dem Unkraut am besten bei. Leicht geht's nach einer Regenperiode. Aus dem nassen Erdreich lässt sich das unerwünschte Kraut leichter ziehen. (Foto: MEV)

Tipps gegen Unkraut im Garten

Oh weh ... das liebe Unkraut! Nicht immer ist das, was sprießt, auch das, was man als Gärtner planmäßig ausgesät oder gepflanzt hat. Es heißt zwar, Unkraut vergeht nicht, aber so halten Sie das Unkraut in Schach.

"Schöne Blumen wachsen langsam, nur das Unkraut hat es eilig", sagte schon William Shakespeare. Aber was als "Unkraut" durchgeht und was nicht, ist natürlich Definitionssache. Auch einige Zierpflanzen wie Goldrute, Fingerhut oder Ringelblumen breiten sich rasch aus und nehmen irgendwann überhand ... nun ja, sie verbreiten sich wie Unkraut. Doch wie dem Unkraut Herr werden oder es effektiv eindämmen?

1. Jäten hilft!

Die einfachste Lösung gegen Unkraut ist immer noch die effektivste Lösung: Jäten und Hacken! Einzele Pflanzen lassen sich einfach auszupfen, wenn sie noch nicht tief verwurzelt sind. Ist der Boden vom Regen aufgeweicht geht das Jäten ebenfalls recht leicht von der Hand.

Bestenfalls wird gejätet, bevor das Kraut blüht. Bilden die unerwünschten Pflanzen erst einmal Samen, lässt sich deren Verbreitung nicht wirklich verhindern. Das Hacken in Gemüsebeeten unterbindet nicht nur den Wildwuchs, es hat zudem den Vorteil, dass der Boden aufgelockert wird. Wasser kann so besser einsickern.

2. Unkraut aufessen

Wildkräuter im Garten können durchaus auch ihren Nutzen haben: Löwenzahn, Gänseblümchen und junge Gierschblätter sind eine feine, vitamnireiche Zutat für Salate. Brennesselblätter eignen sich für einen gesunden Tee oder Suppe. Also können Sie ihr Unkraut einfach aufessen.

Frühlingssalat mit Gänseblümchen

    
Zutaten für 4 Personen:  1 Kopf Buttersalat, Schnittlauch nach Belieben, einige Radieschen, 1 Handvoll fr

Frühlingssalat mit Gänseblümchen


    Zutaten für 4 Personen: 1 Kopf Buttersalat, Schnittlauch nach Belieben, einige Radieschen, 1 Handvoll frisch gepflückte Gänseblümchen. Für die Soße: 3 EL Olivenöl, 2 EL Apfel-Balsamicoessig , 1 TL Senf, Salz, Pfeffer, 1 Schuss Apfelsaft.

    Zubereitung:

    Den Buttersalat putzen, abbrausen, trocken schleudern und in Stücke zupfen. Schnittlauch abbrausen, trocken schütteln und in feine Röllchen schneiden. Die Radieschen putzen, waschen und in Scheiben schneiden. Salat und Radieschen in einer Schüssel locker mischen. Die Zutaten für die Soße in ein Schraubglas geben und gut schütteln. Das Dressing über den Salat träufeln. Zum Schluss die Gänseblümchen von den Stängeln zupfen und mit dem Schnittlauch über den Salat geben. Tipp: Buttersalat nur ganz frisch verwenden, da er besonders anfällig für Sonneneinstrahlung und hohe Lagertemperaturen ist.

    Foto: MLK/Melanie G.


3. Unkraut im Rasen

Häufig ist Nährstoffmangel der Grund dafür, dass Unkraut im Rasen auf dem Vormarsch ist. Rasengräser haben einen hohen Nährstoffbedarf, der durch ausreichend Wasser, nicht zu kurzen Schnitt (die Halme brauchen dann zu lange zur Regeneration) und Dünger gedeckt werden kann. Durch das Vertikutieren der Grasfläche wird Rasenfilz und Moos entfernt. Gleichzeitig wird der Boden aufgelockert und Wasser kann wieder besser einsickern.

4. Pfahlwurzeln ausstechen

Unkräuter mit tiefen Pfahlwurzeln wie Löwenzahn, Schachtelhalm, Acker-Kratzdistel, Stumpfblättriger Ampfer oder Staudenknöterich sind besonders hartnäckig. Wird die Wurzel nicht komplett entfernt, grinst das Unkraut einem bald wieder entgegen. Mit speziellen Unkrautausstechern aus dem Fachhandel kommen Sie den Tiefwurzlern bei.

Unkrautausstecher (Foto: MSG)
Tiefen Wurzeln geht es mit speziellem Gerät an den Kragen. Foto: MSG)

5. Brennessel-Jauche gegen Schädlinge

Sie brauchen: 1 kg frisches oder 200 g getrocknetes Kraut pro 10 l Wasser. So geht’s: Blätter zerkleinern, mit Wasser aufsetzen, warm, aber nicht zu sonnig stellen und mind. 10–12 Tage ziehen lassen. Täglich umrühren. Wenn die Pflanzenteile abgesunken und das Wasser bräunlich verfärbt ist, ist die Jauche fertig. Verdünnt (1:10) ausbringen.

Brennnesseln enthalten viel Stickstoff und helfen z.B. stark zehrendem Gemüse, sich prächtig zu entwickeln und gegen Unkraut gut behaupten zu können. Zudem vertreibt Jauche aus Brennnesseln Schädlinge wie Blattläuse.

Brennessel-Jauch (Foto: MSG/Martin S.)
Brennessel-Jauche wirkt düngend für Gemüse und vertreibt Schädlinge.
(Foto: MSG/Martin S.)

6. Dem Unkraut keine Chance!

Eine höchst elegante und darüber hinaus auch optisch ansprechende Methode, dem Unkraut im Garten entgegenzutreten ist das Pflanzen von Bodendeckern. Dicht wachsende Pflanzen wie Efeu, Storchschnabel, Dickmännchen (Pachysander), Fingerstrauch, Immergrün, Muehlenbeckie, Maiglöckchen oder Golderdbeere eignen sich gut dafür, dem Unkraut das Licht zu nehmen.

7. Fugen von Unkraut befreien

Mit einem stabilen Fugenkratzer lässt sich Unkraut auf Wegen oder zwischen den Terrassemsteinen gut entfernen. Achten Sie darauf, sich ein Gerät zuzulegen, das gut und sicher in der der Hand liegt. Achtung: Da Unkrautbekämpfungsmittel nach der Anwendung auf versiegelten Böden, wie Wegen, Garageneinfahrten oder Terrassen, abgeschwemmt werden können und so ins Grundwasser oder in offene Gewässer gelangen ist ihr Einsatz dort verboten.

Fugenkratzer (Foto: Gardena)
Zieht dem Löwenzahn den Zahn. Ein stabiler Fugenkratzer. (Foto: Gardena)

8. Wirkungsvolle Schutzschicht

Unter Sträuchern, Hecken, Rosen oder auf schattigen Beeten ist eine etwa fünf bis zehn Zentimeter dicke Mulchschicht ein probates Mittel gegen keimendes Unkraut. Das unerwünschte Grünzeug hat da kaum eine Chance, richtig Fuß zu fassen. Wenn sich doch einmal Unkraut blicken lässt, kann es leicht ausgezupft werden, das es kaum Halt im Mulch findet. Da Mulch selbst auch Nährstoffe verbraucht, sollten gemulchte Beete etwas mehr gedünkt werden. Die Mulchdecke hält nicht nur Unkraut ab, sondern das Erdreich unter sich auch länger warm und feucht.

Mulch dämmt Unlraut ein. (Foto: MSG/Eppers)
Kein Durchkommen: Eine knapp zehn Zentimeter dicke Schicht Mulch dämmt Unkraut im Beet wirkungsvoll ein. (Foto: MSG/Eppers)

9. "The Heat is on!"

Frei nach dem Motto "Hitze statt Spritze" können Sie Unkraut auch mit einem Abflammgerät oder Infrarotgerät beseitigen. Das bietet sich vor allem auf Gartenwegen, Terrassen oder Einfahrten an. Dabei müssen Sie nicht lange fackeln! Es reicht, das Unkraut zu erhitzen bis die Blätter dunkelgrün sind, verkohlen muss nichts. Am wirkungsvollsten ist diese Unkrautbekämpfung, wenn das Unkraut noch jung und nicht verholzt ist. Zwei bis drei Anwendungen pro Jahr sollten genügen. Vorsicht ist selbstverständlich während Trockenphasen geboten!

Unkraut abflammen (Foto: Gloria)
Gut geeignet für Gartenwege: Unkräuter abflammen. (Foto: Gloria)

10. Unkrautvernichter einsetzen

Bei besonders hartnäckigem Unkraut wie Giersch, Ackerschachtelhalm oder Ackerwinde können Sie auch zu Unkrautvernichtern greifen. Die Mittel sind mittlerweile meist umweltverträglich und können eingesetzt werden, ohne dass der Garten anschließend für Kinder und Haustiere gesperrt werden muss. Lesen Sie immer die Anwendungshinweise und beachten Sie den Gewässerschutz. Bedenken Sie auch: Unkrautvernichter unterscheiden nicht zwischen Unkraut und Zierpflanze. Setzen Sie die Mittel also sparsam und zielgenau ein!

Unkraut beseitigen. (Foto: MSG/Siemens)
Wenn nichts mehr hilft, helfen Herbizide. Viele Unkrautvernichter sind mittlerweile umweltverträglich und können im Garten eingesetzt werden. Aber: Immer die Anwendungshinweise beachten! (Foto: MSG/Siemens)
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