Pflanzenporträt
Sommerastern zum Kranz gebunden (Foto: WG/F.Strauss)
Sommerastern (Callistephus chinensis) und Clematis vereinigen sich zu einem zauberhaften Spätsommerkranz. Die einjährige Sommerblume ist die perfekte Wahl für Dekorationen (Foto: WG/Friedrich Strauss)

Astern – Sternstunde im Blumenbeet


„Stern“ lautet die Übersetzung des griechischen Wortes „aster“ – welch treffende Bezeichnung für die Königin der Herbststauden. An die 600 Arten der „Sternblume“ verschönern den Garten jetzt mit verschwenderischer Blühfreude.

An die 600 Arten der „Sternblume“ können Ihren Herbstgarten zum Erstrahlen bringen: Zu den beliebtesten Beetarten zählt die Glattblatt-Aster (Aster novi-belgii). Die bis zu 140 cm hohe Staude liebt sonnige, aber nicht zu trockene Standorte und sollte nicht zu stickstoffbetont gedüngt werden, sonst leidet ihre Standfestigkeit. Glattblatt-Astern (Aster novi-belgii) bevorzugen ebenfalls sonnige Plätze mit humosen, frischen Böden. Ungeeignet sind trockene, heiße Standorte, auf denen die weit robustere Raublatt-Aster (Aster novae-angliae) ein besseres Stehvermögen zeigt. Raublatt-Astern wachsen buschiger, kürzt man sie im Juni um die Hälfte. Stäben ist bei hohen Astern ein Muss. Gegen natürliches Verkahlen von unten pflanzt man halbhohe Arten davor, etwa die teppichartige Kissen-Aster und die bis zu 50 cm hohe Berg-Aster, die am besten im Frühjahr gepflanzt wird, da sie im Herbst schlecht anwächst.

Auch auf der Terrasse oder dem Balkon finden Astern in Töpfen und Kübeln Platz. Wer im Beet Lücken zu füllen hat, kann auf die Weise erstmal ausprobieren, welc
Auch auf der Terrasse oder dem Balkon finden Astern in Töpfen und Kübeln Platz. Wer im Beet Lücken zu füllen hat, kann auf die Weise erstmal ausprobieren, welche Kombination am besten passt (Foto: Kientzler)

Schüchterne Vertreter

Bereichert werden diese vornehmlich großblütigen Schönheiten von zahlreichen kleinblütigen Arten: Mit ihrem fast elfenhaft zarten Blütenschleier zählt die Myrten-Aster (Aster ericoides bzw. Aster pringlei) zu den begehrtesten Arten für romantische Blumenbeete. Die grazile Schönheit liebt sonnige, warme Standorte auf mäßig trockenen Böden, reagiert aber empfindlich auf Staunässe. Bei einer Düngung im Frühjahr und einem Rückschnitt nach der Blüte erfreut die 80 bis 120 cm hohe Aster jeden Herbst mit unzähligen Blüten.
Fast unbekannt hingegen sind die Pyrenäen-Aster (Aster pyrenaeus) und die wunderschöne, bis zu 160 cm hohe Himmels-Aster (Aster laevis) mit ihren überreichen, elegant übergeneigten Blüten.

Für welche Art Sie sich auch entscheiden, Sie werden immer eine gute Wahl treffen – denn, wie der berühmte Gartengestalter Karl Foerster so treffend sagte:„Ohne Astern, diesem brausenden Anziehungspunkt für Menschen und Insekten, ist der Herbst sang und klanglos!“

Die Blüten der Myrten-Aster ‘Pink Star' sind etwas größer als die ihrer Artverwandten, wirken aber immer noch leicht und filigran. Ein Magnet für Schmetterling
Die Blüten der Myrten-Aster ‘Pink Star' sind etwas größer als die ihrer Artverwandten, wirken aber immer noch leicht und filigran. Ein Magnet für Schmetterlinge (Foto: Nedwork)

Perfekt umsorgt


  • Glattblattastern und Kissenastern tendieren zu Mehltau. Wählen Sie robuste Sorten wie ‘Blütenmeer’, ‘Dauerblau’, ‘Karminkuppel’, ‘Rosenquarz’, ‘Schöne von Dietlikon’ oder die Raublattastern ‘Alma Pötschke’, ‘Andenken an Paul Gerber’, ‘Barr’s Pink’, ‘Herbstschnee’, ‘Violetta’. Oder schneiden Sie die Pflanzen nach der Blüte herunter, so kann sich der Mehltaupilz im vernässenden Laub nicht halten. Nach dem Rückschnitt gut verrottete Komposterde einstreuen.

  • Ab und zu leidet die prächtige Herbststaude auch unter sog. Älchen und der Asternwelke, die durch den Pilz „Verticillium“ hervorgerufen wird. Betroffen sind meist ältere oder schlecht ernährte Sorten der Kissen-Aster oder Glattblatt-Aster.

  • Bei beiden Krankheiten hilft es, wenn die Pflanze vorbeugend alle drei bis fünf Jahre ausgegraben, geteilt und an einer neuen Stelle wieder eingesetzt wird (Tipps fürs Teilen finden Sie bei den Experten von Mein schöner Garten). Zusätzliche Vitalität verleihen Sie Ihren Astern mit einer alljährlichen Gabe von Langzeitdünger oder Kompost im Frühjahr.


Sommerastern (Callistephus chinensis)

Sommerastern aus dem Garten
Kombinieren Sie Sommerastern mit unterschiedlichen Blütezeiten – dann dürfen Sie sich von Ende Juli bis in den späten Herbst an ihren strahlenden Farben erfreuen (Foto: WG/Florapress)
Im Gegensatz zu den im Herbst blühenden Staudenastern begeistern die pinkfarbenen, violetten, rosaroten, cremegelben und weißen Sommerastern (Callistephus chinensis) bereits ab Ende Juli mit ihren unzähligen einfachen oder reich gefüllten Blüten. Sie zaubern strahlende Blickfänge genau dorthin, wo wir sie uns jetzt wünschen: als Topfpflanze in überbordende Balkon- und Terrassenkästen, als unkomplizierte Lückenfüller ins Blumenbeet oder als dankbare Schnittblumen in Sommersträuße, Tischdekorationen und Gebinde. Viele kennen sie noch aus Großmutters Garten. Und tatsächlich wussten schon Generationen von Gärtnern vor uns die Vorzüge des dankbaren Lückenfüllers zu schätzen. Dennoch feiert die einjährige Schönheit momentan ein unübersehbares „Comeback“ auf Wochen- und Gartenmärkten, beim Floristen oder in Samenkatalogen. Dort findet man mittlerweile auch wunderbare Sortenmischungen zum Aussäen (z.B. bei www.samenhaus.de oder bei www.samenkaufen.de).

Sommeraster (Foto: WG/FloraPress)
Einige Sorten der Sommerastern, etwa die Straußenfederastern, sehen den Prachtstauden im Beet zum Verwechseln ähnlich (Foto: WG/FloraPress)

Standort und Pflege

Die Aussaat der aparten einjährigen Sommerastern erfolgt im zeitigen Frühjahr bei Temperaturen von 10 –15 Grad ins Frühbeet oder ab Mitte Mai direkt ins Blumenbeet. Wer sich bei der Farbwahl unsicher ist, kauft ab Juli vorgezogene, bereits blühende Sommerastern in der Gärtnerei. Ein sonniger Standort reicht aus, um Sommerastern wochenlange Blütenfülle zu entlocken. Da solche Farbenpracht aber viel Kraft kostet, brauchen sie nährstoffreiche Böden, die nicht austrocknen.
Manchmal treten dennoch Pilzerkrankungen wie die sogenannte „Asternwelke“ auf: Verdorren Pflanzenteile trotz ausreichender Feuchte, sollten sie sofort abgeschnitten und über den Hausmüll entsorgt werden! Tipp: Pflanzen Sie Ihre Sommerastern jedes Jahr an neue Plätze, das mindert die Übertragung von Krankheitserregern.
Text: Kathrin Foerst

Astern und Fetthenne (Foto: Alamy)
Im Staudenbeet harmonieren Astern und Fetthenne (Sedum) ausgezeichnet, aber auch Gräser passen gut zu den herbstlichen Schönheiten (Foto: Alamy)

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