Pflanzenporträt: Herbst-Anemonen
Mithilfe kurzer Ausläufer breiten sich Herbst-Anemonen langsam,
aber stetig aus. Zu breit gewordene Pflanzen können Sie mit
dem Spaten abstechen und versetzen. Nach der Blüte bilden
Herbst-Anemonen flaumige Samenstände, die wunderbar mit
dem dunkelbraunen Herbstlaub kontrastieren. Der Rückschnitt
erfolgt deshalb idealerweise erst im zeitigen Frühjahr (Foto: MSG/W&G)
Herbst-Anemonen
Herbst-Anemonen wirken so zerbrechlich, dass man meinen könnte, ein leiser Windhauch reiche aus, ihnen das pudrige Rouge von den Blütenköpfen zu pusten. Dabei freuen sich Herbst-Anemonen auf die stürmischen Zeiten, als wären sie die lang ersehnte Aufforderung zum Tanz.
Scheinbar schwerelos
tanzen die Blüten der
Anemonen vor den
dunkelgrünen Schnitthecken
aus der Reihe
und zaubern selbst in
formal gestaltete Gärten
einen Hauch herbstlicher
Romantik (Foto: MSG/W&G)
Adel verpflichtet: zu Standhaftigkeit, guter Verwurzlung mit dem Boden – aber auch zu Eleganz und dem Wissen um dezentes, jedoch wirkungsvolles Auftreten.
Die Herbst-Anemone beherrscht beides mit spielerischer Anmut. Statt mit satten Farbbändern wie denen der Astern oder knalligen Dahlien-Pompons zieht die Prinzessin des Herbstes mit fast spielerisch hingehauchten Pastelltönen alle Blicke auf sich.
Ihre Blütenköpfe mit mädchenhaften Rougewangen oder ganz in reinem Weiß gehalten schweben scheinbar schwerelos über den Beeten und erreichen dabei stattliche Höhen von bis zu 140 cm.
Wer die Grazien jedoch als Traumtänzerinnen bezeichnet, irrt gewaltig: Die standfesten Schönheiten haben ein durchaus robustes Wesen – wo sie erst einmal Fuß gefasst haben, werden sie von Jahr zu Jahr prachtvoller.
Schön pflegeleicht
Gärtnerischen Beistand brauchen die aus Ostasien stammenden Herbst-Anemonen eigentlich nur im ersten Jahr:
Mit einer schützenden Reisig-Abdeckung im Winter können Sie Ihren Jungpflanzen das Einleben im Garten sehr erleichtern.
Dabei zeigen sich Anemonen, die bereits im Frühjahr gepflanzt wurden, sehr viel frosthärter als Pflanzen, die erst im Herbst ins Beet kommen. Sind Herbst-Anemonen jedoch erst einmal eingewurzelt, erweisen sich die Herbst-Anemonen als extrem pflegeleicht.
Ihre regelmäßig gelappten Blätter decken den Boden so gleichmäßig ab, dass Unkraut problemlos in Schach gehalten wird.
Auch Schädlinge und Krankheiten können den exotischen Herbst-Anemonen kaum etwas anhaben.
Kokett schmücken
sich die Blütenköpfe
der Anemone
hupehensis ‘Hadspen
Abundance’ mit Kränzen
aus sonnengelben
Staubblättern. (Foto: MSG/W&G)
Anemone japonica ‘Honorine
Jobert’ – von Experten als schönste weiße Sorte gerühmt –
blüht von August bis November. Ihre leuchtenden, einfachen Blüten
schweben auf ca. 80 cm hohen Stielen (Foto: MSG/W&G)
Sonnige aber nicht trockene Standorte
Am liebsten residiert sie auf halbschattigen Standorten unter hohen Gehölzen und umgibt sich mit stahlblauen Chinesischen Eisenhüten (Aconitum carmichaelii), aufrechten Lanzen-Silberkerzen (Cimicifuga racemosa var. cordifilia), ergebenen Japan-Seggen (Carex morrowii ‘Variegata’) und hohen Farnen.
Wie ihr Gefolge liebt auch sie frische bis feuchte Böden mit hohem Nährstoff- und Humusanteil. Mit gelegentlichen Kompost- und Wassergaben können Sie Ihren Herbst-Anemonen aber sogar auf sonnigen Standorten zum eindrucksvollen Auftritt verhelfen.
Unwohl fühlt sich die Halbschattenstaude lediglich auf rasch austrocknenden Böden. Ansonsten verspricht die wuchsfreudige Herbst-Anemone selbst Anfängern königliches Gärtnerglück und krönt das Gartenjahr nach der Blüte noch lange mit flaumigen Fruchtständen.
Text: Katrin Foerst
Herbst-Anemonen: Tipps
- Herbst-Anemonen können Sie problemlos selber nachziehen: Sortenechte – also mit der Mutterpflanze identische – Jungpflanzen erhalten Sie durch Wurzelschnittlinge.
Herbstanemonen vermehren sich durch kurze Wurzelausläufer. Die Jungpflanzen können Sie als Wurzelschnittlinge im Frühling abstechen und an einen neuen Standort setzen.
- Wer dem Zufall eine Chance geben möchte, kann seine
Herbst-Anemonen aber auch durch Sämlinge vermehren:
Warten Sie, bis die Herbst-Anemonen Ihren Garten mit weißen Fruchtständen schmücken. Aus den Flaumbüscheln lassen
sich dann mühelos einzelne dunkle Samenkörner zupfen.
Diese werden in kleine Töpfe mit Aussaaterde gesetzt und regelmäßig gegossen.
- Vor starker Sonne und Trockenheit geschützt, bilden sich aus dem Samen innerhalb einiger Wochen zarte Keimlinge, die zu Jungpflanzen heranwachsen.
- Die kleinen Herbstanemonen sollten das erste Jahr nach Möglichkeit frostgeschützt überwintern.
- Im Frühling werden sie dann an ihren endgültigen Platz ins
Beet gepflanzt. Wichtig: in der Anwachsphase regelmäßig wässern!
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