Lungenkraut : Kleine Blüten, großer Charme
Lungenkraut "Sissinghurst White" und Tulpen "White Triumphator"
Liebenswürdiges Lungenkraut
Wer an einem sonnigen Frühlingstag einmal eine Fläche mit blühendem Lungenkraut erlebt hat, wird vom Anblick des weißen, blauen oder violetten Blütenmeeres verzaubert sein.
Lungenkraut "Ocupol" wird auch unter dem Namen "Opal" angeboten (Foto: Gaissmayer)
Fleißig öffnet das Lungenkraut im April eine Blüte nach der anderen und verwöhnt Bienen und Hummeln mit süßem Nektar. Ganz nebenbei bedeckt es mit seinen dekorativen Blättern die Erde, so dass uns lästiges Jäten erspart bleibt. Einfach so – ohne eine Gegenleistung dafür zu verlangen und meist in einer der hintersten Garten-
ecken. Und das, obwohl wir die niedrige Staude sogar wahlweise an einen warmen, sonnigen, leicht feuchten oder einen kühlen, schattigen Platz pflanzen dürfen. Zugegebenermaßen ist das Echte Lungenkraut (Pulmonaria officinalis), das bereits im 16. Jahrhundert als Zierpflanze verwendet wurde, schon sehr hübsch, doch auch ein wenig unscheinbar. Bei den neueren Züchtungen ist das anders, zwar werden sie ebenfalls nur 20 bis 30 cm hoch, aber ihre Blütenfarben sind oft leuchtender.
Von Weiß bis Korallenrot
Neben den ursprünglichen rot- und blauvioletten Blüten und älteren weißen Züchtungen gibt es seit einiger Zeit Sorten in faszinierenden reinen Blautönen oder strahlendem Korallenrot. Als Bonbon sorgen manche Auslesen mit großen silberweißen Blattflecken für dekorative Glanzpunkte im Beet.
Pflanzt man Lungenkraut an seinen Lieblingsplatz, also in den Schatten eines Laubbaums, lässt es im Herbst praktischerweise sogar einen Teil der herabfallenden Blätter zwischen seinen Horsten verschwinden, um diese als Dünger zu nutzen.
Lungenkraut "Azuera" (Foto: Gaissmayer)
Doch nur weil sich Lungenkraut auch in recht dunklen, humusreichen Gartenbereichen wohl fühlt, muss es nicht unbedingt ein Schattendasein führen. Im Weißen Garten von Sissing-hurst beispielsweise wächst die nach dem Anwesen benannte Sorte ‘Sissinghurst White’ (links) zu Füßen von Rosensträuchern. Freude bereitet die niedrige Staude aber auch als Frühlingsgruß im Vorgarten oder entlang einer Buchenhecke, wo ihre kleinen Blüten den frischgrünen Blattaustrieb wunderbar ergänzen.
Die Heilende Kraft
Es heißt, das Echte Lungenkraut sei ursprünglich allein wegen der Ähnlichkeit seiner Blätter mit einem
Lungenflügel als Heilpflanze gegen Husten und andere „Lungenleiden“ eingesetzt worden. Erwähnt haben die Heilwirkung allerdings auch
Paracelsus und Hildegard von Bingen. Heute findet Lungenkraut noch bei der Herstellung von Hustenbonbons, Erkältungstees und homöopathischen Arzneimitteln Anwendung.Text: Silke Sallermann
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