Paradies mit Ecken und Kanten
Imposantes Panorama: Der weiße Kalkstein von Bonifacio bildez spektakuläre Klippen an der südlichen Spitze Korsikas. (Foto: iStock/sam74100)
Imposantes Panorama: Der weiße Kalkstein von Bonifacio bildez spektakuläre Klippen an der südlichen Spitze Korsikas. (Foto: iStock/sam74100)

Korsika – Spröde Schönheit im Mittelmeer

Vollkommen zurecht gilt Korsika als die „Insel der Schönheit“, als ein Paradies mit Ecken und Kanten. Da ist es selbstverständlich Ehrensache, dass Ihre Bewohner eine stolze Eigenwilligkeit pflegen.

Wirklich verstehen kann man diesen Napoléon Bonaparte (1769-1821) nicht. Zeit seines Lebens verspürte der auf Korsika geborene Feldherr und Kaiser Frankreichs so gut wie nie den Drang, in seinen Geburtsort Ajaccion oder überhaupt auf die ebenso schroffe wie schöne Insel zurückzukehren. Wer heute über die einsamen Pfade Korsikas wandert, an ihren langen Stränden entlangreitet oder sich mit den einheimischen Spezialitäten verwöhnen lässt, wird über Napoléons Unwillen zur Rückkehr nur ungläubig den Kopf schütteln.
Ungezähmt und unvergleichlich

Herbe Schönheit Korsika

Während der Osten von Korsika mit Stränden lockt, zeigt sich die Granitküste im Westen eher wild und schroff. Wohnen & Garten Redakteurin Ariane Störr hat die Insel bereits mehrmals besucht und traumhafte Impressionen mitgebracht. » Nach Korsika
Wildromantisches Hinterland: Die Gegend um das Dorf Filitosa gilt als einer der Schlüsselorte der korsischen Vorgeschichte. (Foto: Ariana Störr)
Wildromantisches Hinterland: Die Gegend um das Dorf Filitosa gilt als einer der Schlüsselorte der korsischen Vorgeschichte. (Foto: Ariana Störr)

Beinahe jeder Korsika-Besucher kehrt mit dem felsenfesten Vorsatz heim, so bald wie möglich wieder dorthin zu reisen. Apropos Felsen: Selbst an die kantigsten von ihnen denkt der Urlauber sehnsüchtig zurück. Die Inselbewohner haben auf und aus ihnen malerische Dörfer errichtet, andere verleihen spektakulären Küstenstreifen, zum Beispiel im südlichen Bonifacio, und Gebirgspässen wie auf dem Col de Bavella ihr charakteristisches Gesicht.

Wie also kam Napoléon auf die Idee, eine so schöne Insel zu verlassen? Vielleicht hatte er mit den Korsen so seine Not. Sie stehen bisweilen in dem Ruf, ein eigenwilliges Völkchen zu sein. Seit einiger Zeit feiert zum Beispiel der korsische Dialekt eine Renaissance – wobei „résistance“ vielleicht der bessere Begriff wäre, schließlich liebäugeln die stolzen Korsen immer mal wieder mit der Unabhängigkeit.
Kleiner Korse ganz groß: Obwohl Napoléon früh seine Heimatinsel verließ und selten zurückkehrte, wird er bis heute auf der Mittelmeerinsel verehrt. (Foto: Aria
Kleiner Korse ganz groß: Obwohl Napoléon früh seine Heimatinsel verließ und selten zurückkehrte, wird er bis heute auf der Mittelmeerinsel verehrt. (Foto: Ariana Störr)

Mit der ihnen eigenen Knorrigkeit blicken die Korsen auf Frankreich, ganz genau so wie sie die Genuesen oder die Römer betrachtet haben. Sie alle waren einst Herren auf der „Insel der Schönheit“, wie sie sich heute – zweifelsohne zurecht – vermarktet. Tatsächlich erinnert Korsika mit seinen Bewohnern an ein Paradies mit Ecken und Kanten.

Die Korsen haben sich ein bisschen was abgeschaut von den gewaltigen Felsen und vor allem der „macchia“, diesem struppigen, trockenen und undurchdringlichen Wald, der sich mit vielen Steineichen und Wacholder über das bergige Gelände legt. Ein weiterer berühmter Korse hat daher vor mehr als 2 000 Jahren gesagt: „Ein Kaiser, den die Korsen akzeptieren, muss Korse sein.“ Er trug den seltsamen Namen Osolemirnix und floss aus den Federn von René Goscinny und Albert Uderzo, die in ihrem „Asterix auf Korsika“ ein so treffendes wie munteres Insel-Porträt geschaffen haben. „Bon Viaghju“ – gute Reise! Text: Florian Wachsmann/Kai Glinka
Korsika lockt nicht nur begeisterte Wassersportler mit seinen Stränden. Das zerklüftete Hinterland ist mit seinen hohen Gipfeln, von denen der Monte Cinto  mit
Korsika lockt nicht nur begeisterte Wassersportler mit seinen Stränden. Das zerklüftete Hinterland ist mit seinen hohen Gipfeln, von denen der Monte Cinto mit 2706 m der höchste ist, ein Dorado für Kletterer und Mountainbiker. (Foto: iStock/infografick)

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Schlagworte zum Artikel: LebensgefühlFrankreichReiseKorsika

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