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Stuhl und Sekretär von Grange

Bis ins 18. Jahrhundert saß man fast ausschlielich auf Hockern und Bänken. Lehnstühle galten vor 1800 als Statussymbol der herrschenden Klasse (Foto: Modell Bridge Cannè von Grange )

Stühle für jeden Stil

Stühle sind dem Wandel der Moden unterworfen. Doch gleichzeitig weisen sie gleich einer Hommage Anleihen aus der Möbelgeschichte auf – von traditionell bis zeitgemäß, von verspielt bis mondän. Der Stuhl einen langen Weg zum Lieblingssitzmöbel hinter sich. Über Dekaden ein Statussymbol der Reichen und Mächtigen, hielt die vierbeinige Sitzgelegenheit erst ab dem 18. Jahrhundert Einzug in die Wohnungen einer breiteren Bevölkerungsschicht.
Während die Stühle in Deutschland starken regionalen Einflüssen unterlagen und somit die verschiedensten Ausprägungen annahmen, zeichneten sich in Frankreich verwendeten Stühle, insbesondere Arbeitsstühle, durch eine charakteristische Dreibeinform aus. Von der Beschränkung auf drei Beine versprachen sich die Möbelbauer ein größeres Maß an Bequemlichkeit und Beinfreiheit. Das robuste Erscheinungsbild dieser Stühle wurde durch dicke Lederpolstersitze und Rückenlehnen aus Rohrgeflecht komplettiert.
Bis in die heutige Zeit finden sich bei Stühlen Anleihen in der Möbelgeschichte. So muss man sich nicht unbedigt auf die Suche nach einem echt antiken Stuhl begeben... die einzelnen Elemente und epochentypischen Details finden sich auch an später gefertigten Stühlen.
Polsterstuhl mit Schnitzereien (Foto: CAR Möbel)

Polsterstuhl mit aufwendigen Schnitzereien im Antiklook (Foto: CAR Möbel)
Mit Michael Thonet und seinem Patent für Bugholzmöbel, also Möbel aus unter Dampf gebogenem Holz, begann um das Jahr 1830 das zeitalter der Stuhl-Moderne. Es folgten Designer wie Marcel Breuer und Ludwig Mies van der Rohe mit ihren Freischwingern aus Stahlrohr, das Ehepaar Charles und Ray Eames mit ihrer bahnbrechenden Verarbeitung von Schichtholz, das sie lastisch verformten. Oder Entwürfe von Verner Panton, desen berühmter "Panton-Chair" aus Kunststoff heute noch vom Möbelhersteller Vitra hergestellt wird.
Die Spielarten heutiger Stühle lassen sich kaum überblicken. Ob gepolstert, mit Kunststoffsitzschale, aus Flechtwerk, freischwingend aus Stahlrohr, mit Armlehnen oder ohne, zum Zusammenklappen, mit Schnitzwerk oder ohne Schnörkel und einfach nur bequem – mittlerweile gibt es Stühle für jeden Stil und jeden Geschmack, vom zweckmäßigen Küchensitz bis zum gepolsterten Esszimmerstuhl. Text: Iris Bartel/Kai Glinka
Panton-Chair von Vitra (Foto: Cairo)

Dauerbrenner: Verner Panton designte den elegant geschwungenen "Panton-Chair" 1959/60. Er wird auch heute noch produziert (Foto: Cairo)

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Schlagworte zum Artikel: InterieurMöbelkundeMöbelStuhlEinrichtenWohnen

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